Wahljahr 2025: Warum ihr jetzt mit Schülern über Fake News sprechen solltet

Fake News erkennen ist eine Schlüsselkompetenz – besonders in Wahlzeiten, wenn Desinformation gezielt zur Manipulation eingesetzt wird. (Quelle: Canva / eigene Darstellung)

Manipulierte Bilder, Deepfake-Videos und gezielte Falschmeldungen – Fake News breiten sich schnell aus, besonders in Wahlzeiten. Sie spielen eine wachsende Rolle im Bundestagswahlkampf 2025 und sollten deshalb auch im Unterricht thematisiert werden.

Was sind Fake News?

Desinformation, umgangssprachlich als Fake News bezeichnet, sind frei erfundene Informationen, die durch Medien verbreitet werden. Sie entstehen aus verschiedenen Gründen. Zum Beispiel kann es bei der Verbreitung von Informationen durchaus zu Fehlern kommen, Informationen werden falsch interpretiert oder aus dem Zusammenhang gerissen, sodass sie eine veränderte Botschaft vermitteln, die nichts mit dem Ursprung der Nachricht zu tun hat. 

Häufig werden wahre Informationen so manipuliert, dass es schwerer zu erkennen ist, ob diese der Wahrheit entsprechen oder mit Lügen aufgeputscht wurden (Lehrer News berichtete). Fake News beziehungsweise Desinformationen werden im Gegensatz zu einer Fehlinformation oder einer lustigen Zeitungsente gezielt verbreitet, um Menschen zu täuschen und zu manipulieren, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Fake News vor der Bundestagswahl 2025

Es ist jedoch nicht nur ärgerlich auf Fake News reinzufallen, es kann auch gefährlich sein. Um das zu verstehen, muss man sich die Frage stellen, warum jemand Fake News in Umlauf bringt. Falschmeldungen werden oft genutzt, um Hass und Angst vor bestimmten Personengruppen zu schüren und ganz konkret, um mit Desinformationen Wahlergebnisse zu beeinflussen. Auch jetzt vor der Bundestagswahl 2025 kursieren Falschnachrichten, um Wahlergebnisse zu beeinflussen. Die Bundeswahlleiterin ist für das Erkennen und Bekämpfen dieser Desinformationen zuständig. Auf ihrer Webseite klärt sie über bekannte Falschinformationen zur Bundestagswahl auf. Es geht um Behauptungen, wie, dass es eine Wahlpflicht gebe oder dass man mit einer Unterschrift auf dem Stimmzettel, seine Stimme verdoppeln könne. Beides stimmt natürlich nicht. 

Einige Fake News drehen sich auch um die Sicherheit der Wahl: Wahlurnen seien beispielsweise nicht sicher vor Manipulation und auch die Briefwahl könne leicht beeinflusst werden. Fake News, die die Wahlleiterin ebenfalls widerlegt. Laut einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes bitkom sind ein Drittel der Internetnutzer:innen bereits auf Desinformationen zur Wahl gestoßen. 88 Prozent glauben, dass ausländische Regierungen oder Akteure die Wahl per Social Media manipulieren. Eine Annahme, mit der die Befragten recht haben. 

Russland setzt laut dem Medienhaus CORRECTIV seine Versuche fort, den Wahlkampf vor der Bundestagswahl zu beeinflussen. Die russische Desinformationskampagne “Storm-1516” hat vor kurzem zwei gezielte Falschinformationen gegen die Kanzlerkandidaten Robert Habeck (Grüne) und Friedrich Merz (CDU) in Umlauf gebracht. Die Macher von “Storm-1516” waren bereits letztes Jahr in den USA aktiv, wo unter anderem die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Kamala Harris angegriffen wurde. 

Auf CORRECTIV heißt es: “Charakteristisch für diese russische Kampagne sind teils KI-generierte Artikel auf Webseiten, die aussehen wie Nachrichtenseiten.” CORRECTIV gibt an, bei Recherchen über 100 solcher Webseiten gefunden zu haben. Weiter heißt es: “Dazu gibt es Deepfake-Videos mit angeblichen Zeugenaussagen, und das alles wird über prorussische Influencer in Sozialen Netzwerken verbreitet.” Der Versuch Russlands mittels Desinformationen Einfluss zu nehmen, ist seit Jahren bekannt. Auf der vom Europäischen Auswärtigen Dienst betriebenen Website “EU vs. DiSiNFO“ wird seit 2015 zu Desinformationen der Russischen Föderation berichtet und diese richtiggestellt.

Fake News im Unterricht besprechen

Doch wie könnt ihr als Lehrkräfte mit euren Schüler:innen über Fake News sprechen? Fake News können für Kinder und Jugendliche beängstigend sein. Häufig ist ihr Inhalt düster und zeichnet ein dystopisches Bild von “denen da oben”, Politiker:innen, denen wir nicht trauen können. Fake News bilden deshalb auch häufig die Grundlage für Verschwörungsideologien. Selbst wenn Schüler:innen es in Zeiten von Deepfakes und täuschend echt aussehendem Videomaterial schaffen Fake News zu erkennen, bleibt häufig das Gefühl: Ich kann nichts mehr glauben, ich kann niemandem vertrauen. Dieser Kontrollverlust macht Angst und kann vielleicht sogar dazu führen, dass Erstwähler:innen aus einem Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit heraus gar nicht erst wählen gehen. Besprecht deshalb unbedingt mit euren Schüler:innen, wie sie Fake News erkennen können, welche Quellen sie nutzen können, um sich über die anstehende Bundestagswahl zu informieren und mit welchen Wahl-Tools sie testen können, welche Partei ihre Meinung vertritt (Lehrer News berichtete). Ausführliche Informationen zum Thema Fake News und Desinformationen bietet zum Beispiel die Bundeszentrale für politische Bildung an. 

Fake News sind kein harmloses Phänomen – sie beeinflussen Meinungen, schüren Ängste und können sogar Wahlergebnisse verzerren. Gerade in Zeiten politischer Entscheidungen ist es wichtiger denn je, Schüler:innen für Desinformationen zu sensibilisieren. Wer lernt, kritisch mit Medien umzugehen, gewinnt nicht nur Orientierung, sondern auch das Vertrauen in demokratische Prozesse zurück. Lehrkräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie jungen Menschen helfen, Fakten von Fiktion zu unterscheiden und mündige Entscheidungen zu treffen.

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