Zahlen, Formen und Farben: Der Mathetag 2025 verbindet Mathematik mit Kunst und Kreativität (Quelle: Canva)
Jedes Jahr am 14. März wird weltweit der Internationale Tag der Mathematik (IDM) gefeiert. Dieses Datum ist auch als Pi-Tag bekannt, da die ersten drei Ziffern der mathematischen Konstante π (Pi) – also 3,14 – dem Datum (14.3.) entsprechen. Seit 2020 wird dieser Tag offiziell von der UNESCO anerkannt und soll die Bedeutung der Mathematik für Wissenschaft, Technik und unser tägliches Leben hervorheben.
Im Jahr 2025 steht dieser besondere Tag unter dem Motto “Mathematik, Kunst und Kreativität”. Diese Thematik bietet Lehrkräften eine hervorragende Gelegenheit, Schüler:innen die vielfältigen Verbindungen zwischen mathematischen Konzepten und künstlerischen Ausdrucksformen näherzubringen.
Mathematik ist nicht nur eine exakte Wissenschaft, sondern auch ein kreatives Werkzeug, das in Musik, Architektur, Malerei und anderen Kunstformen eine zentrale Rolle spielt. Die Auseinandersetzung mit diesen interdisziplinären Ansätzen kann das Interesse an Mathematik steigern und helfen, neue Perspektiven auf das Fach zu entwickeln.
Mathematik und Kunst scheinen auf den ersten Blick gegensätzliche Disziplinen zu sein – die eine geprägt von Zahlen und Logik, die andere von Kreativität und Ausdruck. Tatsächlich aber bestehen seit Jahrhunderten enge Verbindungen zwischen diesen beiden Welten. Künstler:innen nutzen mathematische Prinzipien wie Symmetrie, Proportion und Geometrie, um ästhetisch ansprechende Werke zu schaffen. Ob in der Architektur, der Malerei oder der digitalen Kunst – mathematische Strukturen bilden oft die Grundlage für Schönheit und Ausgewogenheit in der Gestaltung.
Auch in der bildenden Kunst finden sich zahlreiche mathematische Strukturen. So basiert die Perspektivzeichnung auf geometrischen Prinzipien, die bereits in der Renaissance von Künstlern wie Leonardo da Vinci genutzt wurden. Der Goldene Schnitt, ein mathematisches Verhältnis, das als besonders harmonisch empfunden wird, spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in der Kunst und Architektur.
Um das Thema “Mathematik, Kunst und Kreativität” im Unterricht lebendig zu gestalten, können folgende Ansätze umgesetzt werden:
Geometrische Kunstwerke schaffen: Die Schüler:innen entwerfen eigene Kunstwerke, basierend auf geometrischen Formen und Mustern. Dazu können sie Kreise, Dreiecke, Quadrate und andere geometrische Formen in einem Zeichenprogramm oder auf Papier zu abstrakten Kunstwerken kombinieren. Alternativ können sie mit Lineal und Zirkel Mandalas oder symmetrische Muster gestalten, wodurch sie spielerisch die Eigenschaften von Winkeln, Längenverhältnissen und Symmetrieachsen entdecken.
Musikalische Mathematik entdecken: Die Verbindung von Mathematik und Musik kann durch die Untersuchung von Rhythmen, Takten und Harmonien verdeutlicht werden. Beispielsweise lassen sich durch das Experimentieren mit verschiedenen Taktarten mathematische Muster in der Musik entdecken. Ein Unterrichtsprojekt könnte darin bestehen, mit den Schüler:innen eigene Rhythmuskompositionen zu entwickeln, indem sie Takte mit unterschiedlichen Notenwerten kombinieren.
Architektur und Proportionen untersuchen: Die Analyse berühmter Bauwerke hinsichtlich ihrer Proportionen und der Anwendung des Goldenen Schnitts bietet einen praktischen Zugang zur Mathematik in der Architektur. In einer Unterrichtseinheit könnten Schüler:innen beispielsweise berühmte Gebäude wie das Parthenon oder den Kölner Dom untersuchen und ausmessen, um mathematische Muster darin zu erkennen. Ein weiteres kreatives Element wäre, eigene Gebäudeentwürfe zu erstellen, die bewusst mit mathematischen Proportionen arbeiten.
Mathematische Rätsel und Knobelaufgaben: Rätsel fördern logisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten. Das Hoch-Begabten-Zentrum stellt diverse Rätsel bereit, die sich ideal in den Unterricht integrieren lassen. Lehrkräfte könnten etwa ein “Mathematik-Detektivspiel” gestalten, bei dem die Schüler:innen mathematische Rätsel lösen müssen, um Hinweise zu sammeln und ein Geheimnis zu entschlüsseln.
Digitale Mathematikspiele: Plattformen wie “Kleine Schule” bieten interaktive Mathe-Spiele an, die den Spaß am Lernen fördern. Lehrkräfte können solche Spiele als Ergänzung zum Unterricht nutzen, um spielerisch mathematische Konzepte zu vermitteln. Beispielsweise könnten Schüler:innen in Gruppen gegeneinander antreten und Aufgaben aus Bereichen wie Geometrie, Bruchrechnung oder Algebra lösen.
Im deutschsprachigen Raum sind zum IDM 2025 verschiedene Veranstaltungen geplant. So lädt die Freie Universität Berlin zu einer Festveranstaltung mit Vorträgen rund um das Thema Pi ein. Zudem werden Workshops angeboten, in denen Schüler:innen mathematische Konzepte spielerisch entdecken können.
Darüber hinaus bieten verschiedene Universitäten Online-Vorlesungen und interaktive Seminare an, die sich mit der Rolle der Mathematik in Kunst und Design beschäftigen. Die Universität Würzburg erläutert beispielsweise, warum ein Mathematikstudium nicht nur für Naturwissenschaftler:innen , sondern auch für Kunst- und Musikinteressierte spannend sein kann.
Die Auseinandersetzung mit Mathematik fördert nicht nur logisches Denken, sondern eröffnet auch vielfältige berufliche Perspektiven. Ein solides mathematisches Verständnis bildet die Grundlage für zahlreiche Studiengänge und Berufsfelder. Daher ist es essenziell, Schüler:innen für die Relevanz der Mathematik zu sensibilisieren und ihnen deren vielfältige Anwendungen aufzuzeigen.
Mathematik spielt eine zentrale Rolle in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, doch auch in Wirtschaft, Informatik, Medizin und sogar in den Geisteswissenschaften sind mathematische Kenntnisse gefragt. In der heutigen, zunehmend digitalisierten Welt sind mathematische Kompetenzen von unschätzbarem Wert, da sie Problemlösungsfähigkeiten, analytisches Denken und logisches Argumentieren fördern.
Zudem zeigt die Mathematik Wege auf, mit Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten umzugehen – eine Kompetenz, die in vielen Berufen, von der Statistik über die Finanzwelt bis hin zur Psychologie, unerlässlich ist. Auch der Alltag ist voller mathematischer Herausforderungen: Ob es um das Berechnen von Zinsen, die Analyse von Daten oder das Verstehen von Algorithmen in sozialen Medien geht – mathematische Grundkenntnisse helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.
Daher ist es entscheidend, den Mathematikunterricht nicht nur als Pflichtfach zu sehen, sondern als ein Fach, das Schlüsselqualifikationen für das gesamte Leben vermittelt und Schüler:innen auf eine zunehmend komplexe Welt vorbereitet.
Der Mathetag 2025 bietet mit seinem Fokus auf “Mathematik, Kunst und Kreativität” eine einzigartige Gelegenheit, den Unterricht interdisziplinär zu gestalten. Durch kreative Projekte und die Verbindung von Mathematik mit künstlerischen Ausdrucksformen können Lehrkräfte das Interesse und die Begeisterung ihrer Schüler:innen für dieses Fach steigern. Gleichzeitig wird deutlich, dass Mathematik weit mehr ist als abstrakte Zahlen und Formeln – sie ist ein kreatives Werkzeug, das uns in vielen Bereichen des Lebens begegnet.